On 11/28/05, Klaus-Peter Wessel
<klaus-peter-7ETIE662A6Eh/Ba0l7P7yA@xxxxxxxxxxxxxxxx> wrote:
> ich habe mich hier als 1. Vorsitzender des Vereins
> für Computergenealogie mal eben eingeschrieben,
> um ein persönliches Statement zu machen, bzw. ein
> hier aufgetretenes Missverständnis zu klären.
>
> genealogy.net ist eine Domain des Vereins für
> Computergenealogie e. V. Der Verein ist gemäß
> Freistellungsbescheid vom Finanzamt als wissenschaftlich
> tätiger, gemeinnütziger Verein anerkannt.
>
> Wir verfolgen gerade KEINE kommerzielle Interessen,
> genau deshalb tuen sich auch einige bei uns mit einer
> völligen Freigabe von Daten so schwer, da so die
> kostenlose Mitarbeit von Freiwilligen durch kommerzielle
> Institutionen ausgenutzt werden kann.
Dann darf ich Euch als Zweiter Vorsitzender von Wikimedia Deutschland
e.V. (ebenfalls als besonders förderungswürdig im Sinne der
Abgabenordnung anerkannt) mal ermuntern, Eure Position zu überdenken.
Gerade ein gemeinnütziger Verein sollte nicht zu
Noncommercial-Lizenzen greifen, da diese den Nutzen für die
Allgemeinheit doch arg einschränken - übrigens nicht nur für
profitorientierte Firmen, sondern auch für Privatpersonen. Lesenswert
in diesem Zusammenhang ist der Artikel "Freiheit mit Fallstricken: Die
Creative Commons NC-Lizenzen und ihre Folgen" von Erik Möller:
http://www.intelligentdesigns.net/Licenses/NC/de
Außerdem: Die Aktivitäten von gemeinnützigen Vereinen finanzieren sich
zu einem nicht unerheblichen Teil durch Steuergelder. Überspitzt
könnte man also sagen, dass Ihr gewinnorientierte Institutionen
ausnutzt, indem Ihr ihre Steuergelder dazu verwendet, Inhalte zu
erstellen, die von ihnen anschließend nicht genutzt werden können.
> Wir würden uns freuen, wenn wir mit Euch zusammenarbeiten
> könnten, am einfachsten realisierbar scheint eine
> Creative Commons Lizenz zu sein.
"Creative Commons Lizenz" heißt alles und nichts, zwischen CC-BY und
CC-BY-NC-ND liegen Welten.
Ich möchte dringend davor warnen, sich auf eine restriktive CC-Lizenz
festzulegen. Bisher hatte OpenGeoDB den unschlagbaren Vorteil, in
jedem Kontext nutzbar zu sein. Thomas ist derzeit (noch) in der Lage,
den Inhalt zusätzlich auch unter anderen Lizenzen freizugeben. Wenn
aber erstmal größere Datenbestände aus anderen Quellen dazukommen, ist
es mit dieser Freiheit wohl zu Ende. Um eine größtmögliche
Kompatibilität von OpenGeoDB mit anderen Projekten sicherzustellen,
empfehle ich deshalb dringend, die Daten weiterhin so frei wie möglich
zu belassen und lieber auf zusätzliche Daten zu verzichten - wenn der
Preis dafür eine unfreie Lizenz ist. Im Optimalfall würde ich mir eine
Doppellizenzierung unter LGPL und CC-BY wünschen.
Viele Grüße
Arne
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